Weniger ist manchmal mehr

Minimalismus ist der neue Trend in Japan

Minimalismus, eine andere Art des Konsums. Eine Fotoserie von Fotograf und Journalist Thomas Peter, in der er japanische Minimalisten dokumentiert, macht seit ein paar Tagen die Runde im Netz. Und natürlich sind auch wir darauf gestoßen, da es auch bei uns der unnötige Konsum ist der uns antreibt, mit unserer App thangs etwas zu ändern.

Doch warum wird man zum Konsum-Asketen? Die Gründe unterscheiden sich von Person zu Person. Einer der portraitierten ist Fumio Sasaki. Ihm ist in den zwei Jahren, in denen er mittlerweile als Minimalist lebt klar geworden, weniger Eigentum bedeutet für ihn, dass er weniger Zeit für Dinge wie putzen oder einkaufen verschwendet und viel mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben hat, nämlich Freunde und Reisen.

Das Ziel ist also nicht nur ein Entrümpeln sondern viel mehr ein selbst bewerten, was Eigentum für mich bedeutet und durch das Reduzieren Platz für Neues, vor allem Immaterielles, zu schaffen.

Minimalismus, Japans neuster Trend

Minimalismus ist in Japan regelrechter Trend geworden, als Basis dient für viele die Lehre des Zen-Buddhismus.

„Auf die kürzeste Formel gebracht, besagt Buddhas Lehre, dass der Mensch leidet, weil er Dinge, die ihrem Wesen nach vergänglich sind, besitzen und für immer festhalten möchte.“

– Alan Watts

Ein weiterer der portraitierten ist Katsuya Toyoda. Auch er reduzierte sein Besitztum und zwar nur auf die Dinge, die er wirklich mag. Er verfolgt damit die KonMari-Methode aus Marie Kondos Buch „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ ganz nach dem Motto „Behalte nur, was dir Freude macht. Besitze nur, was du brauchst.“

„The process of facing and selecting our possessions can be quite painful. It forces us to confront our imperfections and inadequacies and the foolish choices we made in the past. The things we own are real. They exist here and now as a result of choices made in the past by no other than ourselves.“

– Marie Kondo

Für manche Japaner hört der Minimalismus aber nicht beim Eigentum auf. Manche gehen sogar soweit und versuchen zusätzlich Geräusche in ihrem Alltag zu reduzieren.

Doch warum ist gerade in Japan dieser Trend so stark im wachsen? Es könnte mit den dort auftretenden, regelmäßigen Erdbeben zusammenhängen. Minimalisten argumentieren ihre Lebensweise teilweise damit: „30 - 50 Prozent der Erdbeben Verletzungen werden durch fallende Gegenstände verursacht“, so Fumio Sasaki. Minimalismus hat als netten Nebeneffekt in Japan also auch einen Sicherheitsaspekt.

Und der Rest der Welt?

Auch in Europa und Deutschland findet man zunehmend mehr Minimalisten und das obwohl die Erdbebengefahr hier eher gering ist. So könnt ihr von Sebastian der hinter Mr. Minimalist steckt oder Michael der auf minimalismus-leben.de über seine Erfahrungen als Minimalist berichtet erfahren, warum keine Erdbebengefahr gegeben sein muss, um Minimalist in Deutschland zu sein.

Und der durchschnittliche Europäer? Der sitzt auf seinen im Schnitt 10.000 Dinge und weiß von der Hälfte nichtmal mehr, dass er sie besitzt. Wenn du also jetzt ein Wachrütteln verspürt hast und an deinem Konsumverhalten etwas ändern willst, dann ist der Minimalismus ja vielleicht auch was für dich? Vielleicht startest du ja einfach mal mit der „100 Things Challenge“ wie Melanie in diesem Video. Verzichten musst du auch bei wenig Eigentum auf nichts, denn über thangs lässt sich immer noch alles finden.

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